Japan IJFD
Sonntag, 22. September 2013
Die ersten 4 Tage arbeiten
17.09.2013 - 20.09.2013

Da die Arbeitstage nicht sonderlich ereignisreich waren fasse ich die Arbeitswoche ein bisschen zusammen. besondere Ereignisse hebe ich jedoch hervor ;)

Am ersten Tag sind wir schon recht früh los um auf jeden Fall früher da zu sein. Uns wurde gesagt wir sollen ca. 15 Minuten vor dem eigentlichen Beginn da sein. Also so um 8:15 da es jeden Tag um 8:30 los geht.
Wir fünf also schon gegen halb 7 los gegangen und, wer hätte es gedacht, viel zu früh da gewesen (normaler Weise braucht man nur 20 Minuten wenn man recht langsam geht).

Dem entsprechend "durften" wir dann früher anfangen.

Am Anfang der Woche werden auf dem Boden Schaumstoffmatten ausgelegt (manch einer wird diese schon aus seiner Kindheit kennen. Ich hatte solche mit Buchstaben die man rausnehmen konnte. Werde auch noch, wenn ich darf, Bilder aus der Arbeitsstelle hochladen. Dann werdet ihr sehen was ich meine.).

Auf die Schaumstoffmatten werden dann Futons für die Ryosha-san's (Klienten) gelegt. Manche bekommen noch ein Kissen unter den Futon gelegt, damit der Kopf etwas höher liegt.

So ab halb neun kommen dann die Wagen, mit denen die Ryosha-san's von ihren Häusern abgeholt werde. In einem Wagen fährt mindestens eine Person vom Staff mit, die mit hilft die Menschen einzuladen und die Rollstühle im Wagen zu befestigen. Manchmal müssen die Ryosha-san's auch noch aus ihrem Haus in einen Rollstuhl getragen werden, da die Familien dazu nicht immer im Stande sind.

Um ca. 11 Uhr sind dann auch alle Ryosha-san's eingetroffen und das Morgenritual wird durchgeführt. Dort wird aus Büchern der Ryosha-san's vorgelesen, in denen die Familie eingetragen hat was am Abend vorher so gemacht worden ist, oder ob es besondere Vorkommnisse gab.

Zum Abschluss wird noch zusammen gesungen, dass heißt der Staff singt und wippt dabei mit den Ryosha-san's im Takt hin und her. Ziel ist es, dass man eine stärkere Verbindung zu den Behinderten aufbaut und ihnen Gesellschaft leistet. Darum ist es auch so, dass man sich hinter manche setzt und sie an sich anlehnt
(was echt anstrengend sein kann!).

Nach dem Morgenritual folgt das Mittagessen. Manchmal kommt eine Köchin die vor Ort kocht, manchmal wird selber gekocht oder Essen bei einem Bento Service bestellt, oder die Ryosha-san's haben Essen von ihren Eltern/ Angehörigen mit bekommen.
Das Essen wird für jeden Individuell Vorbereitet, sie bekommen zwar meistens das gleiche, aber das Essen muss unterschiedlich geschnitten werden. Dies hängt davon ab, ob die Menschen kauen können oder einfach nur das Essen runterschlucken. Manchen muss das essen auch püriert werden.

Zu einem Mittagessen bin ich mit einer Ryosha-san und einer vom Staff zu einem Café/ Restaurant gegangen, da sie Ryosha-san gerne das Essen dort isst. Der Weg war ungefähr eine halbe Stunde lang. So haben wir einen schönen Spaziergang gemacht und zwischendurch gegessen. Allerdings war es total heiß an dem Tag so dass man sehr stark ins Schwitzen gekommen ist.
Etwas kompliziert war auch die Kommunikation zwischen mir und der Frau vom Staff, da diese kein Englisch konnte und mein Japanisch ja schon sehr schlecht ist. Aber wir konnten uns trotzdem ein bisschen unterhalten und es war wirklich sehr nett.

Nach dem Mittagessen wird abgespült und danach gibt es ein Nachmittagsprogramm von 2 bis 3. Jeden Nachmittag wird etwas anderes gemacht. Mal werden Bilder von Ausflügen gezeigt, Filme geguckt oder auch Spiele gespielt. Auch zu diesem Programmpunkt gesellt man sich zu einem Ryosha-san, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken.

Nach dem Nachmittagsprogramm werden Toilettengänge mit den Ryosha-san's gemacht (wo es denn möglich ist) und Windeln gewechselt. Da es dann auch schon fast 4 Uhr ist werden die Ryosha-san's dann auch schon für die Heimreise fertig gemacht, also in ihre Rollstühle gesetzt und die Taschen werden gepackt. Sie werden nach und nach von den Wagen abgeholt und weg gebracht und spätestens um 5 sind auch schon fast alle weg. Manche bleiben über Nacht in der Einsatzstelle. Dieser Service wird angeboten um die Elter/ Angehörige zu entlasten und damit sie mal eine ruhige Nacht in der Woche haben.

Als letztes geht es dann ans putzen und aufräumen. Die Futons werden in Regale geräumt, der Boden und die Matten werden abgesaugt und die Toiletten werden gereinigt.

Zum Schluss wird zum Zeitvertreiben Zeitung, in denen die Windeln eingewickelt werden, zurecht gefaltet.

Und so sieht ungefähr jeder Arbeitstag aus.

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Letzte Aktualisierung: 2013.09.26, 15:52
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